Östlich des Mondes, westlich der Sonne

Willkommen in der Welt der FeenHier können sie über Fantasy, Mythologien und vieles anderes reden. Der Gasthof ist ein Ort der geistige Begegnung. Aber dazu singen und tanzen sie, denn so lieben uns die Götter!


Östlich des Mondes, westlich der Sonne

Messagepar Aventia » 01 Mai 2011 20:32

Östlich des Mondes, westlich der Sonne

Die Geschichte von Tinuviel, als Theater-Stück... hier nur den erste Teil:

Östlich des Mondes, westlich der Sonne steht ein Berg ganz einsam. Sein Fuss wurzelt im blaugrünen Meer, seine Spitzen sind weiss und schweigsam. Dort ist Eressea, die Feeinsel mit dem mondhellen Sandstrand der sich im Innere erstreckt bis zum Pfad der Träume und dem drachenköpfigen Tor. Dort am weissen Turm kam eines Tages Eriol der Wanderer an, ein Mensch aus dem Grossen Land.

Er war Gast im Hauses Vairës und erzahlt den Kindern von seiner einstigen Heimat, einer uralten Stadt der Menschen, umgürtet von einer Mauer, die nun zerbröckelt und verfallen war, denn das Volk von Gondor hatte lange Zeit Reichtum und unbeschwerten Frieden gekannt. Ein grossen Fluss strömte dort vorbei, über dem Minas Tirith thronte. Seit langem ist der Krieg gegen den dunklen Herrscher vergessen.

- „War der Turm so hoch wie der machtigen Kortirion hier?“ fragte Veanne, ein Elfenmädchen.
- „Es war wahrlich ein sehr hoher Turm, und der Mond musste noch klettern, ehe sein Antlitz sich über ihn erhob, doch vermag ich nicht zu sagen, O Veanne, wie hoch er war, denn es ist viele Jahre her, seit ich Minas Tirith zum letzten Mal gesehen habe. Dort im Krieg des Ringes ging meine Mütter am Hunger zugrunde, und mein Vater, erbittert kämpfend, fand im letzten Gefecht vor Minas Morgul den Tod.“
Als sie vom Leid erfuhren, von Krieg und Tod, welche die Bewohner der Grosse Lande befielen, waren die Kinder von Trauer erfüllt, und Veanne, sich an Eriol klammernd, sagte:
- „O Eriol, zieh niemals in den Krieg – oder hast du es schon einmal getan?“
- „Ja, oft genug“, erwidert Eriol, „doch waren es die grossen Kriege mächtiger Herrscher nach dem Tod von König Elessar und Königin Arwen. Diese Kämpfe waren bitter und grausam, sie richteten alles zugrunde, die Schönheit der Erde und die der lieblichen Dinge, welche die Menschen in Zeiten des Friedens mit ihren Händen bildeten – ach, sie verschonten weder Frauen noch Kindern, wie du eines bist, O Veanne, denn dann sind die Männer trunken vor Zorn und Blutgier, und der dunkle Geist treibt immer noch sein Unwesen. Doch auch ritterliche Kämpfe habe ich gesehen, bei denen tapfere Männer zuweilen aufeinandertreffen und die Klingen kreuzen, und wo die Stärke des Leibe und des Herzens sich beweisen...“
- „Aber, O Eriol“, unterbrach ihm Veanne, „wie viele Verbrechen sind im Namen der Liebe und des Grossen Geistes begangen? Die Männer waren immer von falschem Stolz geleitet und die Frauen vom aussern Schein geblendet.“
- „Für ein junges Mädchen hast du schon viel Verstand,“ erwiderte Eriol, „ erzähle mir doch eine Geschichte die du magst.
Da setzte sich Veanne auf, klatschte in die Hände und rief:
- „Ich werde euch die Geschichte von Tynfwel, Prinzessin von Artanor, erzählen.“
- „Wer war Tynwfel?“ fragte Eriol.
- „Weisst du es nicht? Sagte Ausir, ein kleine Knabe mit dunklen Augen. „Tynwfel war die Tochter von Tinwë...“
- „Von Tinwë und Tindriel“, verbessert Veanne, „und jetzt sei still, Ausir, denn es ist meine Geschichte und ich werde es Eriol erzählen. Habe ich nicht einst Tindriel und Tynwfel mit meinen eigenen Augen gesehen, als ich in längst vergangen Tagen über den Pfad der Träume wanderte?“
- „In längst vergangen Tagen? O Veanne, jungen Mädchen, dass soll aber nicht so lang her sein...“ schmunzelte Eriol sie an.
Doch sie blieb ein Augenblick still. Dann fragte Ausir:
- „Wie sah die Königin Tindriel aus, O Veanne, als du sie gesehen hast?
- „Schlank und mit rötlichen Haare“, antworte sie, „und ihr Haut war so weiss und matt, doch ihre grünen Augen leuchteten und verrieten Tiefe, und sie war in einem schwarzen Mantel umhüllt mit einem silbernen Gürtel.“
Die Stimme Vairë, die Weise, ertönte für das erstenmal an diesem Abend:
- „Tindriel war in der Tat eine Fee, die aus Loriens Garten entschlüpfte, bevor noch Kortirion erbaut wurde, und sie schweifte durch die Wälder, und Nachtigallen folgten ihr. Es war der Gesang dieser Vögel, der die Ohren Tinwë betörte, Anführer jenes Stammes der Elfen, die später die Grauelfen auf dem Grossen Landes und die Lindarin auf Eressea wurden. Der Grosse Geist hat die Gabe der Musik in die Herzen aller gepflanzt, die zu unserem Stamm gehören. Als Tinwë die Musik der Nachtigallen hörte, wich er für ein Augenblick vom Weg ab und vergeblich suchte ihn sein Volk bis es endlich nach Eressea weiterging. Nach eine Weile, die ihm Kurz erschien, stiess er Tindriel die auf einem Bett von Blättern lag, zu den Sternen über ihr hinaufschaute und ebenfalls ihren Vögeln lauschte. Tindriel war keine der Elfen und keine Frau des Menschen, sondern eines der Kinder der Götter. Als er sich über sie beugte, um eine Flechte ihres Haare zu berühren, zertrat er mit seinem Fuss einem Zweig. Da war Tindriel mit einem leisen Lachen auf und davon, und Tinwë sank am Boden und schlief. Die Fee war nicht weit und hat über ihn gewacht. Wie ihre Geschichte weiterging, weiss niemand, O Eriol, ausser, dass sie am Ende seine Gemahlin wurde, denn Tinwë und Tindriel waren lange Zeit König und Königin der verschollenen Elfen von Artanor auf dem Grossen Land. Nun hört Veanne zu, sie wird euch von Dinge erzählen, die sich nach dem Aufgang der Sonne tatsächlich in den Hallen Tinwë und Tindriel zutrugen.“
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